<<< Just auf Spiekeroog

Ahoi 2013! Das Jahr hat grad begonnen und ich konnte schon Meerluft schnuppern. Und zwar Nordseeluft, bei den Ostfriesen auf Spiekeroog. Das ist eine kleine, aufgeräumte Insel und bei blassem Winterlicht gibts wenig, was das Auge reizt. Nur einige rote Multifunktionsjacken sorgen für gelegentliche Irritation und, nunja, die allgegenwärtige Justlefthand. Spiekeroog pflegt ein sehr inniges Verhältnis zu dieser Schrift. Wegweiser, Läden, Speisekarten, selbst am Wassertaxi klebt die Justlefthand, links und rechts.

Sicher, eine Inselschrift und jevergrün-weiße Fassaden fördern den Gemeinsinn, erzeugen Wiedererkennung. Justlefthand hat die Insel auch nicht uniformiert. Das wäre zu weit gegriffen, denn die sehr individuelle Umsetzung der typografischen Vorgabe kon­ter­ka­rie­rt – wohl ungewollt – die Idee. Und das wiederum wirkt fast sympathisch.

Nur bitte etwas weniger davon.

Am nächsten Tag seh ich endlich die Dünen (wir kamen im Dunkeln an). Straffer Gegenwind am wunderbar weiten Strand weht schnell das Einheitsbild aus dem Kopf. Die Kenner gehen entspannt mit dem Wind im Rücken, wir dagegen. Mehr davon! Eine Kulisse für die große Kamera, mit der Telefonlinse sammel ich nebenbei weiter die Schrift ein.

Überall die Justlefthand, nur nicht im offiziellen Spiekeroog-Schriftzug, komisch:

Und was gibts zum Thema im Netz? Die Suchmaschine zeigt leider nur einen kurzen Artikel, den von Gerrit van Aaken auf praegnanz.de.
Aber da gibts noch anderere Geschichten, z.B. die des investitionsfreudigen Unternehmers vom Festland. Der kaufte, baute, sanierte. Und verkleidete seine Vorstellung von Erholung mit der Insel-CI. Doch Justlefthand auf Fassaden und Prospekten reichte nicht zur Eintracht. Sind die Schritte auf der überschaubaren Insel zu lang, steht man schnell im Watt.
Unerwartetes aus Spiekeroogs jüngster Vergangenheit, das man hinter der optischen Einheit nicht vermutet. Da bewegt sich was, nicht nur die Tide.

In Erinnerung bleibt anderes, die handgepinselte Schrift auf dem Rot-Backstein. Und als sich am Strand nach dem vielen Grau die Sonne zeigte. Und einige unbebilderbare Momente, wie etwa das Orgelspiel in der alten Inselkirche. Seufz.